Kleingartenverein  Am Nattbach e.V.
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Als planungsverdrängte Schrebergärtner der ehemaligen Kleingartenanlage fingen die ersten Kleingärtner im Frühjahr 1968 mit den Arbeiten an der neuen Kleingartenanlage an. Der Verein „ Am Nattbach“ wurde geboren. In diesem Jahr besteht der Verein 43 Jahre und aus den ehemaligen Äckern am Nattbach sind 105 vorzeigewerte Gärten mit einem prächtigen Vereinsheim entstanden, dessen Räumlichkeiten gerne bei Veranstaltungen genutzt werden.

Heute zählt die Kleingartenanlage „Am Nattbach“ , am einzigen Naturschutzgebiet in Gladbeck, sicherlich zu den schönsten der Stadt. Zahllose Bürger Gladbecks nutzen daher auch die Möglichkeit, ihren Spaziergang entlang des Nattbaches in die Gartenanlage auszudehnen und ein Plausch über den Gartenzaun bringt die Menschen einander näher.

 

Festschrift zur Gründung der Kleingartenanlage " Am Nattbach "

 

 

Vielen Dank der Stadt Gladbeck und dem Stadtarchiv die uns bei diesen historischen Daten sehr geholfen hat.

 

 

Hier sehen Sie einen Ausschnitt aus der Festschrift 75 Jahre Kleingartenvereine in Gladbeck 

 

Vielen Dank der Stadt Gladbeck und dem Stadtarchiv die uns bei diesen historischen Daten sehr geholfen hat.

 

 

Artikel aus der WAZ im November 2008

 

 Von wegen angestaubtes Image!

Gladbeck, 24.11.2008, Rainer Holstein

 

Gladbeck. In der Anlage Am Nattbach geht man bei vielen Dingen ganz neue Wege. Und das nicht nur auf dem Wanderweg vom Sauerländischen Gebirgsverein, der mitten durch den Kleingarten führt.

Eine Stadtbücherei in einem Kleingarten – wo gibt's das schon außer im Kleingartenverein Am Nattbach? 1986 bekamen die Kleingärtner die Container der ehemaligen Stadtbücherei hinterm alten Rathaus geschenkt, schafften sie auf ihr Gelände und zauberten daraus ein großzügiges, komfortables Vereinsheim, in dem reges Leben herrscht.

 

  Ein Insektenhotel im Kleingarten. Foto: WAZ

Auch heute, an einem typischen grauen Novembertag, finden sich hier nicht nur Kleingärtner. Das Vereinsheim ist Treffpunkt auch für alle, die nur mal in Ruhe ein Bier trinken wollen, für Spaziergänger mit Kaffeedurst, die auf dem Wanderweg des Sauerländischen Gebirgsvereins unterwegs sind, der mitten durch den teils parkähnlichen Kleingarten führt; regelmäßig treffen sich hier der Schalke-Fanclub „Blue Magic” und der BDK, der Bund Deutscher Kriegsopfer.

Wer der Meinung ist, dass die doch recht trübe Suppe draußen kein Wetter für den Garten ist, der wird beim Rundgang eines Besseren belehrt. „Gartenjahr ist das ganze Jahr. Wenn im Garten selbst nichts mehr läuft, dann sind Reparaturen dran”, sagt Georg Lücken (68), der sich als „Hilfssheriff” vorstellt, als 2. Vorsitzender also. Zusammen mit dem Vorsitzenden Stephan Winter ist er dafür verantwortlich, dass alles läuft in und um den 194 Mitglieder starken Kleingartenverein Am Nattbach.

Winter weist das für den Chef eines Kleingartenvereins geradezu jugendliche Alter von 36 Lenzen auf. Er ist erst seit 2004 dabei und wurde trotzdem bei der letzten Jahreshauptversammlung gewählt. „Ich mache das, weil ich eine Perspektive Richtung Verjüngung aufzeigen wollte”, sagt Stefan Winter, der darum bemüht ist, frischen Wind ins Kleingärtner-Dasein zu bringen. „Im nächsten Jahr gehen wir ins Internet. Wir wollen uns nach außen hin moderner vorstellen.”

„Wir haben gut zu tun”

Obwohl das mit dem Internet noch nicht so weit ist, haben die Kleingärtner am Nattbach bisher nicht die geringsten Probleme, die Gärten auch an den Mann bzw. die Frau zu bringen, wenn mal einer frei wird. Winter und Lückgen beobachten, dass es zunehmend Camper wieder in die Kleingärten zieht. Der Preise wegen, meinen sie. Ein Kleingarten sei eben doch günstiger als ein Dauercampingplatz.

 

  Die Gärten in der Anlage Am Nattbach sind sehr beliebt. Fotos: Tim Deffte Foto: WAZ

Und schließlich: das mit dem angestaubten Image der Kleingärtnerei, das stimme doch gar nicht mehr, erklären überzeugt die beiden Vorsitzenden, die die ganze Bandbreite der Generationen verkörpern. Zwar sagt Winter: „Als ich meinen Kollegen erzählt habe, dass ich Vorsitzender eines Kleingartenvereins werde, haben die gesagt, dann solle ich mir doch am besten schon mal einen Zollstock kaufen.” Aber so mache man das heutzutage doch nicht mehr, sagt Georg Lückgen, der es wissen muss. Schließlich hat er miterlebt, wie sich das Leben im Kleingarten seit 30 Jahren entwickelt hat. Und so akribisch wie früher einmal werde eben nicht mehr auf jeden Millimeter geschaut.

Arbeit gibt es schließlich auch so genug – im Garten selbst und bei der Führung des Kleingartenvereins. „Das ist wie ein mittelständisches Unternehmen”, vergleicht Stephan Winter. Und obwohl auch im Kleingarten der Computer Einzug gehalten hat, meint er: „Wir haben gut zu tun.” In diesem Zusammenhang wollen die beiden auf gar keinen Fall die aktive 14-köpfige Frauengruppe unter der Leitung von Rosel Bunzel vergessen. „Die Frauen unterstützen uns sehr stark zum Beispiel bei der Vorbereitung der Feste. Ohne sie liefe das nicht.”

Über den weitläufigen und großzügigen Kleingarten selbst muss man gar nicht viele Worte machen. Der ist topp in Schuss und selbst bei diesem grauen Wetter lohnt ein Spaziergang. Das vertreibt trübe Gedanken. Vielleicht noch dies: In einem Teil der Anlage kommen die Kleingärtner ohne Zäune zwischen ihren Parzellen aus. Die Gärten sind von vornherein so angelegt worden. Dass das klappt, spricht für gute Nachbarschaft.

Quelle : WAZ Gladbeck

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